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Kapitel 1 – Steady Blowing: Was ist eigentlich ein „guter Klang“?

  • 14. Juni
  • 2 Min. Lesezeit

Gedanken eines Freundes

Steady-Blowing? Ganz bestimmt kennen die meisten Spielerinnen und Spieler

unseres Instruments diesen Begriff, aber was bedeutet er denn eigentlich? Ist es das

was z. B. die Fagottisten und Oboisten tun, nämlich ohne Unterbruch spielen, oder

bedeutet es vielleicht, gleichmässig Luft in den Sack zu pusten?


Diese und weitere Fragen beantwortet Daniel Schütz im vorliegenden Blog

ausführlich. Er zeigt aber auch auf, dass es nebst der Technik noch sehr viel mehr

braucht um eine komplette Piperin, ein kompletter Piper zu werden.


Ganz besonderen Wert wird auf die Atmung gelegt, denn: ohne Atem kein Leben!

Der Autor, Daniel Schütz, oder Shorty wie ihn seine Freunde nennen, schaut auf eine

Jahrzehnte lange Karriere als begnadeter Musiker und Lehrer zurück und bringt hier

seine ganze reiche Erfahrung ein.


Also, lesen! Es lohnt sich.

Peter Küng, Senior Piper


Peter Küng & Shorty - Daniel Schütz
Peter Küng & Shorty - Daniel Schütz

Bevor wir uns in den kommenden Artikel mit der Technik beschäftigen, möchte ich eine scheinbar einfache Frage stellen: Was ist für dich ein guter Klang?


Die Antwort darauf ist zutiefst persönlich. Jeder Piper hat eine eigene Vorstellung, geprägt durch Vorbilder, Hörgewohnheiten und Emotionen.


Begegnung mit meinem Klang

„Für mich ist die Suche, oder noch treffender: die Begegnung mit dem Klang des schottischen Dudelsacks etwas zutiefst Spirituelles und Meditatives. Der Klang der Bordune (Drones) legt seinen tief summenden Om-Mantel über mich. Wenn dann die Stimme der Melodiepfeife (Chanter) gemeinsam mit den Drones die Obertöne hervorhebt, entsteht ein unbeschreibliches Gefühl, ähnlich einem tranceähnlichen Zustand. Meine Erfahrung lehrt mich: Es braucht Geduld und den Mut, sich diesem Klang ganz zu öffnen. Ebenso wertvoll ist einen erfahrenen Lehrer beizuziehen, der einem das Wesen des Instruments näherbringt und dabei hilft, den eigenen Horizont zu erweitern.“


Finde dein Klangideal

Dein persönliches Klangideal ist wie ein innerer Kompass beim Spielen. Es beeinflusst alles:

  • Deine Atmung: Wie tief, kraftvoll und ruhig du Luft holst.

  • Deine Motorik: Wie sicher deine Finger sich bewegen.

  • Deine Körperspannung: Wie stabil du mit deinem Instrument stehst.

  • Dein Gehör: Wie du dein Instrument stimmst und feinjustierst.


Wenn du dir dieses Ideals bewusstwirst, kannst du viel gezielter üben und entscheiden, welchen Ausdruck du erzeugen möchtest. Suchst du die raue Direktheit des traditionellen Pipe Sounds oder eher einen samtigen, raumfüllenden Klang?


Fragen für dich zur Selbstreflexion:

  • Wie soll mein Ton klingen, wenn ich die Augen schliesse?

  • Welcher Klang berührt mich am meisten, wenn ich anderen zuhöre?

  • Wie klingt mein Instrument in meinem Lieblingsraum?


Mehr als nur Technik: Die Verbindung zum Zuhörer

Musik geschieht im Kontakt mit anderen. Dein Publikum, egal ob Fachleute oder Laien, hat eine unbewusste Erwartung an Reinheit, Präsenz und Rhythmus. Ein stimmiger, authentischer Klang schafft Vertrauen und vermittelt die Botschaft: „Ich bin da. Ich spiele für dich.“


Alles beginnt mit einem Atemzug

Wir denken oft zuerst an Griffsicherheit, Intonation oder Ausdauer. Doch bevor der erste Ton erklingt und bevor sich ein Finger bewegt, geschieht das Entscheidende: ein Atemzug.


Dein Atem ist nicht nur Energie, er ist der absolute Ursprung deines Klangs. In den nächsten Schritten werden wir genau hier ansetzen.


Yours in Piping

Shorty – Daniel Schütz


 
 
 

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